Verborgenes Deutschland: 7 Orte abseits der üblichen Reiseführer

Von: Constanze Preuß

Werbung

Wer sich nach vollkommener Naturverbundenheit sehnt, findet auf der Insel Hiddensee in der Ostsee das perfekte Ziel. Hier gibt es keine Autos, und die Stille wird nur vom Rauschen der Wellen und dem Kreischen der Möwen durchbrochen. Weiße Sandstrände, heidebewachsene Dünen und kleine Häuser mit Reetdächern vermitteln das Gefühl, am Ende der Welt zu sein. Im nördlich gelegenen Dorf Kloster laden enge Gassen mit Galerien und Souvenirläden zum Flanieren ein, während der schneeweiße Leuchtturm Dornbusch mit seinem leuchtend roten Turm, der zwei Kilometer entfernt aufragt, einst Künstler und Schriftsteller inspirierte. Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann besaß hier ein Sommerhaus, das heute ein Museum ist. Um den Tagesausflüglern zu entgehen, empfiehlt sich eine Übernachtung auf der Insel. Genießen Sie ein Abendessen mit gegrilltem Fisch im Hafen und lassen Sie den Sonnenuntergang über dem endlosen Meer auf sich wirken.

Eine völlig andere Welt eröffnet sich im Spreewald, nur 100 Kilometer von Berlin entfernt. Ein wahres Wassermärchen: Hunderte von Kanälen schlängeln sich durch dichte Wälder und kleine Dörfer, die nur mit dem Boot erreichbar sind. Die Einheimischen sind noch immer mit flachen Booten unterwegs, und ihre kulinarische Spezialität sind eingelegte Gurken, aus denen von Schnaps bis Marmelade alles Mögliche hergestellt wird. Probieren Sie diese ungewöhnliche Köstlichkeit auf dem Bauernmarkt in Lübbenau. Wer länger bleiben möchte, kann ein Zimmer in einer familiengeführten Pension oder sogar in einem Schloss aus dem 18. Jahrhundert mieten. Im Herbst finden hier farbenprächtige Feste mit Bootsumzug und Feuerwerk statt, und die Einheimischen kleiden sich in historische Kostüme, wodurch das Naturschutzgebiet in eine lebendige Kulisse für einen Film aus längst vergangenen Jahrhunderten verwandelt wird.

Liebhaber von Mystik und mittelalterlichen Ruinen sollten unbedingt Øybin besuchen, ein verlassenes Dorf in der Zittau in Sachsen. Die Hauptattraktion sind die Ruinen einer Burg und eines Klosters aus dem 14. Jahrhundert, erbaut im Auftrag von Kaiser Karl IV. Verlassen und vom Wald überwuchert, wirken sie heute wie die Kulisse einer Geistergeschichte: gotische Bögen, Aussichtsplattformen und eine Stille, die nur vom Wind unterbrochen wird. Man sagt, diese Orte hätten die Brüder Grimm zu ihren düsteren Märchen inspiriert. Die Umgebung bietet Wanderwege für jeden Geschmack, von leichten Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Touren, die zu fantastischen Felsformationen führen, wie dem Kelchstein, der einer riesigen, im Wald verlorenen Schüssel gleicht. Im Oberlausitz-Miniaturmuseum kann man winzige Nachbildungen von Dörfern, Märchenszenen und Krippenszenen bewundern, die alle mit akribischer Präzision gefertigt wurden.

You may also like