Verborgenes Deutschland: 7 Orte abseits der üblichen Reiseführer

Von: Constanze Preuß

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Wenn wir an Reisen in Deutschland denken, kommen uns unweigerlich Bilder des Brandenburger Tors, Schloss Neuschwanstein und der geschäftigen Straßen Münchens während des Bierfestes in den Sinn. Doch das Land, das die Deutschen am besten kennen, ist ganz anders – es ist ein Land stiller, fast vergessener Winkel, wo die Zeit in ihrem eigenen Tempo vergeht und Touristenbusse den jahrhundertealten Schlaf nicht stören. Das wahre Deutschland verbirgt sich in Tälern, auf Inseln und in kleinen Städten, deren Fachwerkhäuser noch an die Zeit mittelalterlicher Könige erinnern. Nehmen Sie sich ein paar Tage frei, steigen Sie in den Zug oder ins Auto und begeben Sie sich auf eine Reise zu Orten, die Sie in keinem Hochglanzprospekt finden. Glauben Sie mir, hier erleben Sie den Geist des alten Europas, der in den überfüllten Hauptstädten fast verschwunden ist.

Beginnen wir mit Quedlinburg, einer kleinen Stadt in Sachsen-Anhalt, die oft als mittelalterliches Juwel bezeichnet wird, das von Reiseführern vergessen wurde. Hier repräsentieren über 1.300 Fachwerkhäuser neun Jahrhunderte Architekturgeschichte, und die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schmale Kopfsteinpflastergassen führen den Hügel hinauf, wo die romanische Kirche St. Servatius und ein Museumskomplex mit königlichen Reliquien emporragen. Quedlinburg ist fernab von Hektik und Trubel – hier findet man nur gemütliche Spaziergänge, kleine Innenhöfe, in denen Einheimische unter Linden ihren Kaffee genießen, und eine wahrhaft märchenhafte Atmosphäre, die einen immer wieder zurückkehren lässt. Und wenn man den Hügel bei Sonnenuntergang besteigt, erstrahlt die Stadt unten in warmem Gold, und man fühlt sich wie in eine andere Zeit versetzt.

Ebenso bezaubernd ist Bamberg, von den Deutschen aufgrund des Netzes von Kanälen, das die Altstadt durchzieht, liebevoll „das bayerische Venedig“ genannt. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu nicht beschädigt, sodass die mittelalterlichen Gebäude in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben sind. Bambergs ganzer Stolz ist sein Rauchbier, das hier nach einer einzigartigen Methode gebraut wird und dessen rauchiger, leicht säuerlicher Geschmack legendär ist. Besuchen Sie unbedingt den Kaiserdom, das Alte Rathaus, das direkt auf einer Brücke mitten im Fluss thront, und das Fischerviertel „Klein-Venedig“ mit seinen bunten Häusern, die sich im Wasser spiegeln. In Bamberg möchte man einfach ziellos umherstreifen, ohne Karte, in ruhige Gassen einbiegen und immer wieder etwas Neues entdecken – einen Weinberg am Hang, eine winzige, holzgetäfelte Brauerei, in der die Zeit im 19. Jahrhundert stehen geblieben zu sein scheint.

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