Selbstliebe: Was sie wirklich ist und wie man sie im ständigen Wettlauf um Anerkennung kultiviert

Von: Constanze Preuß

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Es ist wichtig, zwischen Bestätigung von außen und von innen zu unterscheiden. Im Zeitalter von Instagram-Likes und beruflichen Netzwerken wie LinkedIn sind wir daran gewöhnt, Anerkennung von außen zu suchen. Doch Selbstliebe basiert auf Unabhängigkeit von den Meinungen anderer. Das bedeutet nicht, Feedback zu ignorieren, sondern vielmehr, sich nicht von ihm den eigenen Wert bestimmen zu lassen. Führe ein Dankbarkeitstagebuch: Schreibe jeden Morgen drei Dinge auf, die du an dir schätzt – keine Erfolge, sondern Eigenschaften: „Ich schätze meine Empathie“, „Ich schätze meine Beharrlichkeit in schwierigen Situationen“. Diese innere Hinwendung verändert neuronale Verbindungen und verlagert den Fokus deines Selbstwertgefühls allmählich von der Außenwelt auf deine innere Stärke. Deutsche Psychologen weisen darauf hin, dass diese Übung besonders wirksam für Menschen mit dem Hochstapler-Syndrom ist, das häufig im akademischen und technischen Bereich auftritt.

Deinen Körper anzunehmen ist eine weitere wichtige, oft vernachlässigte Form der Selbstliebe. Auch in Deutschland, insbesondere in Großstädten, ist die Körperkultur bestimmten Schönheitsidealen unterworfen. Beginne damit, deinem Körper für all das zu danken, was er für dich tut: dafür, dass er dir das Gehen, Atmen und Sehen von Schönheit ermöglicht. Höre auf, dich im Spiegel nur nach vermeintlichen Fehlern zu betrachten, und konzentriere dich auf das, was du an dir magst. Es geht nicht darum, die Realität zu verleugnen, sondern darum, den Fokus auf Funktionalität und Gesundheit zu richten, anstatt einem Idealbild zu entsprechen. Treibe Sport nicht, um abzunehmen, sondern um die Bewegung und die Ausschüttung von Endorphinen zu genießen. Wenn du deine Motivation von Bestrafung zu Fürsorge wandelst, empfindest du tiefe Dankbarkeit für deinen Körper, statt Feindseligkeit.

Es ist auch wichtig, dir selbst vergeben zu lernen. Wir alle machen Fehler, manchmal schwerwiegende, und in der Vergangenheit zu verharren, führt zu Selbstgeißelung, die das Selbstwertgefühl zerstört. Betrachte deinen Fehler als Lehrmeister, nicht als Richter. Selbstvergebung bedeutet, Schuldgefühle zu erleben, daraus zu lernen und loszulassen. In Deutschland, wo die rechtliche und soziale Verantwortung sehr hoch ist, kann die Last der Schuld für vergangene Verfehlungen erdrückend sein. Versuche ein Ritual des Loslassens: Schreibe auf, was du dir nicht vergeben kannst, lies es laut vor, sage dir: „Ich war unvollkommen und das war in Ordnung“, und verbrenne oder zerreiße den Brief. Symbolisch schaffst du so Platz für ein neues Kapitel, in dem du nicht mehr die Person bist, die den Fehler gemacht hat, sondern diejenige, die daran gewachsen ist.

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