Regelmäßiges Bürsten ist für ein gesundes und schönes Fell bei jedem Hund unerlässlich. Viele Hundebesitzer in Deutschland beschränken sich jedoch auf eine einzige Allzweckbürste und wissen nicht, dass unterschiedliche Felltypen und Pflegephasen ganz unterschiedliche Bürsten erfordern. Professionelle Hundefriseure empfehlen mindestens zwei bis drei Bürsten: eine für das erste Bürsten und Entwirren und eine weitere für das abschließende Bürsten und den Glanz. Die Wahl des richtigen Werkzeugs erleichtert nicht nur die Fellpflege, sondern macht sie auch zu einem angenehmen Erlebnis für Sie und Ihren Hund. Schauen wir uns die verschiedenen Bürstentypen und ihre jeweiligen Einsatzgebiete an.
Beginnen wir mit dem gängigsten Werkzeug – der Zupfbürste. Diese rechteckige oder ovale Bürste hat feine, eng beieinander stehende Metallborsten. Sie eignet sich ideal zum Entfernen abgestorbener Unterwolle, zum Entwirren kleiner Knoten und zum Erzeugen von mehr Volumen im Fell. Zupfbürsten sind unverzichtbar für Hunde mit dichtem, flauschigem oder lockigem Fell – zum Beispiel für Pomeranians, Samojeden und Pudel. Gehen Sie jedoch vorsichtig vor: Zu viel Druck kann die empfindliche Haut reizen. Für Hunde mit kurzem, glattem Fell eignen sich Bürsten mit Naturborsten (Borstenbürsten) besser. Sie massieren die Haut sanft, verteilen die natürlichen Öle im gesamten Fell und verleihen ihm einen gesunden Glanz. Feine Borsten sind ideal, um Staub und kleine Verschmutzungen zu entfernen.
Für Hunde mit langem, fließendem Fell (Yorkshire Terrier, Shih Tzu, Afghanischer Windhund) sind Kämme mit breiten und feinen Zinken (Stiftbürsten und -kämme) unverzichtbar. Ein Kamm mit langen, breiten Zinken kämmt das Fell sanft über die gesamte Länge, ohne Haare zu ziehen, während ein feiner Kamm zum Nachkämmen und Entwirren kleiner Knoten verwendet wird. Wichtig ist, dass die Zinken abgerundete, stumpfe Spitzen haben, da sonst die Haut Ihres Tieres verletzt werden kann. Es gibt spezielle Entfilzungskämme, deren Anwendung jedoch äußerste Vorsicht und Geschick erfordert – im Zweifelsfall sollten Sie diese Prozedur einem Profi überlassen. Die Zinken sollten immer etwas länger als das Fell sein, um ein effektives Kämmen zu gewährleisten.
Unterfellkämme bilden eine eigene Kategorie. Diese Werkzeuge mit ihren langen, weit auseinander stehenden Metallzinken sind speziell für das gründliche Auskämmen der dichten Unterwolle von Hunderassen mit doppeltem Fell wie Labrador Retriever, Husky und Deutscher Schäferhund entwickelt worden. Während des Fellwechsels sind Unterfellkämme unverzichtbar: Sie entfernen abgestorbene Unterwolle, ohne die Deckhaare zu beschädigen, und reduzieren so die Menge an herumfliegenden Haaren in der Wohnung deutlich. Für Hunde mit empfindlicher Haut oder solche, die Angst vor herkömmlichen Bürsten haben, gibt es Massagehandschuhe mit Silikonnoppen. Einfach über die Hand ziehen und den Hund streicheln – eine sanfte Massage und die Entfernung loser Haare. Dies ist eine hervorragende Option für kurzhaarige Rassen und für Hunde, die keine langen Fellpflege-Sessions mögen.
