Digitale Auszeit und Konzentration: Wie Sie im Zeitalter der Benachrichtigungen effektiver arbeiten

Von: Constanze Preuß

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Im modernen Büro oder Homeoffice sind die größten Produktivitätskiller nicht Kollegen oder komplexe Aufgaben, sondern der endlose Strom an Benachrichtigungen, der unsere Aufmerksamkeit in winzige Bruchstücke zersplittert. Wir wechseln zwischen Tabs, beantworten Nachrichten, werfen einen Blick auf den Cursor und vergessen schon wieder, worüber wir vor fünf Sekunden nachgedacht haben. Studien zeigen, dass das Gehirn durchschnittlich 23 Minuten braucht, um nach einer Ablenkung wieder in tiefe Konzentration zu gelangen. In Deutschland, wo Pünktlichkeit und qualitativ hochwertige Arbeit höchste Priorität haben, wird die Fähigkeit, unnötige Störgeräusche auszublenden, zu einem Wettbewerbsvorteil. Paradoxerweise scheuen wir uns, Benachrichtigungen abzuschalten, weil wir befürchten, etwas Wichtiges zu verpassen. In Wirklichkeit verpassen wir aber das Wertvollste: unsere eigenen Gedanken und die Fähigkeit, komplexe Probleme fehlerfrei zu lösen.

Der erste Schritt zu einer digitalen Auszeit am Arbeitsplatz ist die bewusste Planung Ihres digitalen Tages. Teilen Sie Ihren Arbeitsplan in Phasen für konzentriertes und weniger konzentriertes Arbeiten ein. Widmen Sie beispielsweise die ersten zwei Stunden des Morgens, wenn Ihre Konzentration am höchsten ist, ausschließlich Aufgaben, die analytisches Denken erfordern: Berichte schreiben, programmieren, komplexe Berechnungen durchführen oder strategische Planung. Während dieser Zeit sollte Ihr Computer im „Nicht stören“-Modus sein und Ihr Handy mit dem Display nach unten in einer Schreibtischschublade liegen. In Deutschland gibt es in vielen Unternehmen eine „ruhige Arbeitszeit“, in der sich die Mitarbeiter darauf einigen, während eines bestimmten Zeitraums keine SMS zu schreiben. Nutzen Sie diese Möglichkeit, falls vorhanden. Falls nicht, können Sie selbst eine solche Arbeitszeit einführen, indem Sie einen Status in einem Messenger festlegen und sich mündlich mit Ihren Kollegen abstimmen.

Allerdings ist es auch ineffektiv, den ganzen Tag völlig isoliert zu arbeiten. Daher ist der zweite wichtige Punkt die Kommunikation. Planen Sie zwei oder drei Zeitfenster für die Beantwortung von E-Mails und Anrufen ein, beispielsweise 11:00 Uhr und 16:00 Uhr. So vermeiden Sie spontane Ablenkungen und bleiben trotzdem erreichbar. Die deutsche Geschäftskultur legt Wert auf Struktur und Vorhersehbarkeit, daher werden sich Ihre Kollegen an Ihren Zeitplan gewöhnen und sich anpassen. Übrigens befolgen viele erfolgreiche Führungskräfte in Deutschland eine Regel: Sie lesen ihre Arbeits-E-Mails erst nach dem Morgenkaffee und der Tagesplanung. So vermeiden Sie, in einen reaktiven Arbeitsmodus zu verfallen, in dem Sie hektisch die dringenden Aufgaben anderer erledigen und Ihre eigenen vernachlässigen. Befolgen Sie diese Regel, und Sie werden merken, wie Ihre morgendliche Hektik nachlässt.

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